WORLD PRESS PHOTO 2011 - bis 18. Februar verlängert!
23.01.2012–18.02.2012
(Die Ausstellung ist auch jeden Sonntag von 11 – 18 Uhr zu sehen.)
Die Internationale Stiftung WORLD PRESS PHOTO, die aktuelle Ausstellung der ca. 200 weltbesten Pressefotos, gastiert bereits seit Jahren im City Carré Magdeburg und ist fester Bestandteil der Veranstaltungsplanung. Die Ausstellungs-möglichkeiten gewährleisten die größte Publikums- und Medienresonanz. Damit steht Magdeburg in diesem Jahr wieder in einer Reihe von Ausstellungsorten mit insgesamt etwa 80 Metropolen weltweit wie New York, Paris, Tokio.
Die präsentierten Fotos dokumentieren nicht nur eine sehr hohe Qualität der Pressefotografie - es sind bewegende und eindringliche Bilder, die die Geschehnisse der zwölf Monate des Jahres 2010 Revue passieren lassen und das breite Spektrum der Nachrichten, des Sports, der Natur, sozialer Beziehungen, von Krieg und Politik widerspiegeln.
So ging z. B. das beste Foto in der Kategorie „Natur“ an Thomas P. Peschak, Deutschland/ Südafrika „Save Our Seas Foundation“ mit einem Anflug eines Kaptölpels auf der Insel Malgas während der Brutzeit im Sommer. Die Insel westlich der Küste von Südafrika ist eine wichtige Brutstätte für Seevögel.
„Das Siegerfoto ist Jodi Biebers ergreifendes Porträt von Bibi Aisha. Dieses Bild hat diese Kombination aus Schrecken und Schönheit – ein Bild, dessen Stärke darin liegt, nicht nur die Würde des Motivs zu zeigen, sondern auch den fürsorglichen Umgang der Fotografin mit ihm. Es zeigt nicht nur Aisha, sondern Frauen an vielen Orten in der Welt, deren Leben gefährdet ist. Dennoch hat die Jury dieses Foto nicht aus politischen Gründen gewählt, sondern einfach, weil wir darin ein starkes fotografisches Statement sahen, ein Foto, das leistet, was alle Fotografen anstreben: den Betrachter dazu aufrufen, nicht nur im Moment zu verweilen, sondern mehr zu verlangen. Mehr Informationen. Mehr Verständnis.“
David Burnett, Vorsitzender der Jury 2011
Bibi Aisha, 18, wurde zur Strafe entstellt, weil sie aus dem Haus ihres Ehemanns in der Provinz Uruzgan, Zentralafghanistan, geflüchtet war. Sie war zu ihren Eltern zurückgekehrt und hatte über gewalttätige Behandlung bei ihren Schwiegereltern geklagt. Eines Nachts kamen Männer und forderten ihre Herausgabe, um sie für ihre Flucht bestrafen zu können. Aisha wurde auf eine Lichtung in den Bergen gebracht, wo sie auf Befehl eines Taliban-Anführers auf den Boden gedrückt wurde. Zuerst wurden ihr die Ohren abgeschnitten, dann die Nase. In dieser Region sagt man von einem Mann, den seine Frau entehrt haben soll, er habe seine Nase verloren. Der Verlust der Nase wird daher als gerechte Strafe angesehen. Aisha wurde zurückgelassen, aber später gerettet und in eine Zufluchtsstätte der Hilfsorganisation Women for Afghan Women in Kabul gebracht. Hier wurde sie ärztlich behandelt und bekam psychologische Hilfe. Anschließend wurde sie zur weiteren Behandlung und für plastische Chirurgie nach Amerika gebracht.
Die jährliche Ausstellung World Press Photo ist künstlerisch, fotoästhetisch und inhaltlich weltweit wichtigste und renommierteste Fotoschau der Welt. Gleichzeitig ist sie damit auch ein repräsentativer Rück- und Überblick auf den Zustand und die Ereignisse, die Wichtig- und Wertigkeiten unserer Welt.
Am Wettbewerb 2010 beteiligten sich - 5.691 Fotografen aus 125 Ländern mit insgesamt 108.059 Fotos. 171 Fotos von 55 Fotografen aus 23 Ländern wurden ausgezeichnet. Alle diese Fotos zeigt die Ausstellung.
